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Der Bedarf an Schiffsführern steigt, die Nachfrage ist eher gering
 Gesucht: Seebären für das Leben auf der Donau. (c) Photocase
WIEN. Auf der Donau sollen in Zukunft mehr Schiffe fahren. Das Ziel der Verkehrspolitik sieht für den größten Strom Österreichs bis zum Jahr 2015 eine Verdoppelung des Frachtaufkommens vor. Das bedeutet auf allen Ebenen - insbesondere bei der Förderung des Nachwuchses - zeitgerecht Vorbereitung treffen. Nicht nur der Güterverkehr steht im Mittelpunkt des Lehrberufes Binnenschifffahrt, auch der Personentransport nimmt eine wesentliche Rolle ein. Schließlich werden zwischen Boden- und Neusiedlersee auch auf den Salzkammergutseen, den Kärntnerseen und auf dem Achensee Kapitäne gebraucht.
Nach der Einstellung der Ausbildung in Korneuburg hat 2001 der dreijährige Lehrgangsunterricht in Wien begonnen. In der Berufsschule für Mechanik, Optik und Fertigungstechnik (ab September 2006 Berufsschule für Maschinen-, Fertigungs- und Verpackungstechnik) erfahren die jungen Kapitänsanwärter Neues in Theorie und Praxis der Binnenschifffahrt. Voraussetzung zur Teilnahme sind ein Lehrlingsplatz in einem österreichischen Schifffahrtsunternehmen und der Abschluss der achten Schulstufe.
Jahrgangsabhängig bekommen die Schüler und Schülerinnen für zwölf bzw. dreizehn Wochen geblockt Schulunterricht, der durch Praxisstunden auf dem Schiff ergänzt wird: Gewässerkunde , Navigationseinrichtungen (Radar, Echolot, Satellitennavigation) Umgang mit Nachrichtenübertragungsanlagen sowie grundlegende Fertigkeiten in der Bearbeitung von Metall und Holz. Bei der Ausbildung wird besonderer Wert auf die Vermittlung von erforderlichen Schlüsselqualifikationen, wie etwa Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Eigenständigkeit und Belastbarkeit gelegt. Abseits des Wissens sind besonders in der Personenschifffahrt weitere Qualifikationen gefragt. Direktor Gerhard Pec von der Berufsschule bemerkt dazu: "Man muss die Gäste begrüßen, die Schiffsmannschaft betreuen und Serviceleistungen anbieten." Theoretisch ist das Einsatzfeld eines Binnenschiffers groß, real sitzen aber nur rund sechs bis zehn Interessierte pro Jahrgang in der Schule. "Würde jeder Betrieb einen Lehrling ausbilden, sähe die Situation anders aus. Allein jene Unternehmen, die die Flussfahrrinnen ausbaggern, könnten junge Leute schicken", so Gerhard Pec. Der Vorteil der Ausbildung liegt darin, dass sowohl die Betriebe ihre Leute ausbilden, als auch die Schule ergänzende Kenntnisse liefert. Wer gern unterwegs ist und dem das Wetter wenig anhaben kann, hat im Zuge des Lehrberufes auch gleich den EDV-Führerschein inklusive. Sicher ist sicher. Quelle: http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=b&ressort=bst&id=559901
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